Dienstag, 24. März 2015

Paradies II

Die Paradiesroute läuft dieses Mal umgekehrt: Erst Ko Chang, dann Ko Mak. Einfach weil Ko Mak nochmal paradiesischer ist als alle anderen Inseln des Archipels, und das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Unser Hüttchen liegt diesmal auf der Sonnenaufgangsseite, was sich leider wenig lohnt, da es jeden Morgen zu diesig ist um irgendwo eine Sonne aufgehen zu sehen. Tagsüber ist dafür kein Wölkchen am Himmel und wir können hellblaues Meer wie Himmel genießen. Hierfür leihen wir uns wieder mal einen Roller und suchen die Küste nach den schönsten der schönen Strände ab. Einmal chillen wir am weißen Sandstrand, ein andermal leihen wir uns ein Kajak und paddeln zu  den umliegenden Miniinseln, ein noch anderes Mal fahren wir zu dem alten Holzpier, einer meiner Lieblingsplätze der Insel. Hier jedoch muss Luis eine äußerst unangenehme Begnung mit einem glibbrigen Meeresbiest ertragen. Eine Qualle erwischt ihn und streift ihn nicht nur einmal, sondern zersticht ihm die gesamte Rückseite beider Beine, welche danach echt übel aussehen. Wir haben jedoch Riesenglück, denn als ich beim nahegelegenen Resort um Hilfe bitte, wird Luis sofort professionell mit Essig und Morning Glorywickeln versorgt und ich werde von sämtlichen Mitarbeitern beruhigt, dass nichts weiter Schlimmes passieren wird. :) :) :)
So vergehen die Tage leider auch viel zu schnell auf Ko Mak und bald schon bringt uns ein Speedboat zurück zum Festland. Das bedeutet für uns beide das letzte Mal Strand, Meer und Paradies für eine längere Zeit. Aber auch hier bin ich überzeugt, dass ich zurückkommen werde.





Sonntag, 22. März 2015

Ein Wiedersehen

Nach 2 Nächten in Pai geht es also wieder 726 Kurven zurück nach Chiang Mai und von dort mit dem Nachtbus nach Bangkok (die dritte Nacht in Folge mit herzlich wenig Schlaf...).
Ein Happy-Looking-Luis :D
Um 4 Uhr früh stehe ich also am Northern Bus Terminal und bin mal wieder in Bangkok, schnappe mir ein viel zu teures Taxi (sowohl Skytrain als auch MRT sind leider etwas zu weit weg) und lasse mich an den Flughafen fahren. Aber Nein, so Leid es mir tut, auch wenn sich meine Reise dem Ende nähert, noch fliege ich nicht zurück ins kalte Deutschland, nein, ich will ledliglich jemanden abholen. Jemanden den ich ca. einen Monat nicht gesehen habe, jemand mit blonden Dreads, jemand der mir am Flughafen lachend entgegenstürmt und den es dabei vor ebenso großer Freude wie meiner erstmal auf den Boden legt, jemand der auf den Namen Luis hört.
Unser hübscher Roller
Das mit seinem Indienvisum ist mal wieder problematisch, so dass er mich kurzerhand in Thailand besucht. Und los gehts: Wir wollen nämlich sofort aufbrechen Richtung Meer, naja...fast sofort. Erstmal gibts Frühstück und ich zeige ihm ein bisschen wie Bangkok funktioniert. Später am Tag schnappen wir uns einen Bus, der uns nach Trat bringt, denn ich will nochmal ein bisschen Urlaub machen und dafür eignet sich natürlich nichts besser als mein Paradies an der Ostküste.
Wunderschön!!!
Doch ist es bereits zu spät, es fahren keine Boote mehr, so entschließen wir uns die Nacht am Pier zu verbringen. Unter dem Sternenhimmel und mit dem Klang des rauschenden Meeres in den Ohren (und für mich auch nach 3 beinahe schlaflosen Nächten) schlafen wir schnell ein und können am nächsten morgen halbwegs ausgeschlafen nach Ko Chang übersetzen. Hier führe ich Luis in die Hippy Hut, die mir in guter Erinnerung geblieben ist und dessen Rastamanager mich auch gleich wiedererkennt. Die kommenden Tage leihen wir uns einen Roller und fahren von Strand zu Strand und von Bar zu Bar, genießen die traumhaften Sonnenuntergänge und die reifen, leckeren Mangos, werden abwechselnd vom Meer und vom Regen nass und lassen es uns einfach nur gut gehen. :)
Grüße nach Deutschland :P

Freitag, 20. März 2015

Zwischen Backpackern und Hippies

Pai. Ein kleiner Ort, gelegen in den Bergen im Norden Thailands. Bekannt bei jedem alternativen Backpacker. Und genau da will ich hin. Von Chiang Mai aus fährt man knappe 3-4 Stunden mit einem Minibus dorthin. Nach meinem schmerzvollen Abschied aus dem Diva Guesthouse (es ist das mit Abstand schönste Guesthouse, das ich auf dieser Reise hatte ;) ), da ich meine treuesten Begleiter meiner Reise hier zurücklasse: meine Wanderstiefel, die ich in Nepal bereits nähen lassen musste, da die Sohle sich gelöst hat, die mir meine Füße in der Kälte warm gehalten haben und die mich sicher durch den Trek getragen haben. Jedoch werde ich sie weder in Pai noch später nochmal benutzen, und so alt und mitgenommen wie sie mittlerweile sind, haben sie sich ihren Ruhestand redlich verdient. Auch den Mitarbeitern des GHs muss ich Lebewohl sagen, auch etwas schwierig, wo ich doch zur Tochter des Hauses mutiert bin und immer freudigst mit „Greta, my daughter!! Oh, you’re my lovely daughter! How are you?“ von meiner Lieblingsmitarbeiterin und anscheinend neuen Thai-Mama begrüßt werde.
Tempelanlage in Pai
Aber nachdem ich ihr versprochen habe, dass ich sie nächstes Jahr wieder besuche (na, ob das klappt…?), lässt sie mich gehen. So steige ich in den Bus, überwinde erfolgreich 726 Kurven nach Pai (darauf ist jeder Traveller stolz, der in Pai war, aber mal ganz ehrlich als könnten mir die irgendwas anhaben nach meiner Horrorbusfahrt in Nepal) und finde mich letztendlich in einem von Backpackern, Hippies und Freaks bevölkerten Örtchen wieder, in das ich wohl ziemlich gut reinpasse und aus dem ich gar nicht mehr weg will. Ich freunde mich mit meinen Nachbarn, einem Pärchen aus einer Mexikanerin und einem Deutschen, und einem liebenswürdigem argentinischen Macho an und mache mit ihnen zusammen die Nacht zum Tag. Und sehr viel mehr passiert in Pai auch nicht, aber dadurch dass man so viele verschiedene Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern trifft, hat man am Schluss einen Haufen neuer Eindrücke im eigenen Gehirn gespeichert. Und das sind die 726 Kurven auf jeden Fall wert. ;)

Samstag, 7. März 2015

Über Märkte, Elephanten und vieles mehr...

So eine thailändische SleeperClass hat ja fast nichts mit einer indischen gemein. Natürlich werden auch hier einfach die Sitze zu Betten umfunktioniert, jedoch gibt es hier Bettbezüge, Vorhänge, Kopfkissen und Durchsagen vom Schaffner, der jedesmal wirkt als würde er sich innerlich kringelig lachen, wenn er Englisch spricht. Ich verbringe also eine erstaunlich angenehme Nacht und komme relativ ausgeschlafen morgens in Chiang Mai an.
Tempel in Chiang Mai
Ein Zimmer ist schnell gefunden, da ein Bekannter meiner Familie hier ein Guesthouse besitzt und um ehrlich zu sein, ich hatte auf der ganze Reise kein bunteres geschweige denn cooleres Zimmer. Am Abend laufe ich zum Sonntagsmarkt, der sich 2 riesige Straßen entlangstreckt. Ich habe deutlich eine Schwäche für die Märkte in Thailand...:D
Am nächsten Morgen freunde ich mich mit einem Holländer an und lass mich ein bisschen von ihm durch die Altstadt führen. Gegen abend wollen wir auf eine Nachtsafari und in dem Glauben, dass es sich tatsächlich um eine Art Safari handelt, muss ich jedoch dort enttäuscht feststellen, dass es einfach nur ein Zoo ist mit eingesperrten, nicht fair behandelten Tieren durch den man zum Teil sogar gefahren wird.
Für einen Zoo ist dieser sicherlich noch einer der besseren, aber wer Tiere lieber in Freiheit oder artgerechter Behandlung sieht, sollte auf diesen Besuch verzichten.
Ausblicke beim Wandern
Der Tag drauf ist noch etwas entspannter, da ich die kommenden Tage trekken gehen möchte, nachdem das in Nepal ja nicht geklappt hat. Also erstmal in aller Ruhe frühstücken, dann eine Öl-Massage und Abends zum Night Bazaar (Jaa, ich hab doch schon zugegeben das ich Thai-Märkte liebe...:D), das Nötigste zusammenpacken, schlafen und ab gehts.
Erstmal mit dem Transporter raus aus Chiang Mai Richtung Bergwelt und dann weiter per Fuß bei gefühlten 40° im Schatten (tatsächlich waren es wohl nur 36°C oder so :D) den Berg rauf. Am späten Nachmittag erreichen wir das Lahu-Dorf in welchem wir die Nacht verbringen werden.
Unser Guide
Unser (wir sind zu 5t) Guide stellt sich als einer der witzigsten Überlebensküstler heraus, die ich bisher kennengelernt habe. Dieser führt uns am 2ten Tag wunderschöne, zum Teil aber auch ziemlich abartige Wege, die mal auf mal abwärts gehen, uns an Wasserfällen zum Abkühlen vorbeiführen und schließlich an unserem Nachtlager für die 2te Nacht enden. Dieses ist ein Elephantencamp, klingt jedoch schlimmer, als es in Wahrheit ist: Denn im Gegensatz zu Ayutthaya liegt dieses "Camp" an einem breiten Fluss. Am gegenüberliegenden Ufer beginnt der dschungelartige Berghang, hier können die Elephanten ab dem späteren Nachmittag (16 Uhr oder so) bis zum nächsten morgen um ca. 9 oder 10 Uhr machen was sie wollen. Es gibt keinen Zaun oder ähnliches und beim Flussbaden hilft man den Dickhäutern, damit sie überall abgekühlt werden, mir scheint dies hier humaner als fast jeder deutsche Pferdestall.
Erfrischung gefällig?!
 Um 10 Uhr gehts dann los mit dem Reiten und wir sind die ersten. Für mich gilt das wortwörtlich den ich darf auf dem "Leitelephanten" sitzen, und zwar nicht auf so einer dämlichen Bank, sondern direkt  auf der rauen Haut im Nacken dieses riesigen wundervollen Tieres. Das erfordert zum Teil relativ viel Gleichgewicht und fühlt sich an wie Bauchtanz, ist aber super. Danach ist Rafting angesagt. Hab ich nie gemacht, werde ich aber definitv wieder tun!
Elephant beim Baden im Fluss











Zum Schluss noch Bambooing, wobei wir hier lediglich auf zusammengebundenen Bambushölzern sitzen und uns vom Fluss treiben lassen, sehr relaxed und schön. Tja, und damit heißts auch schon wieder ciao Natur, Welcome Stadtleben. Gelohnt hat es sich auf  jeden Fall und als Belohnung bekomme ich sogar von meinem Guesthouse noch ein Thaimassage spendiert, ein Wohltat...:D
Back in Chiang Mai habe ich heute nun auch endlich einen Thai-Kochkurs gemacht und bin jetzt so dermaßen vollgefressen, dass ich jetzt nen Mittagsschlaf brauche.
Sorry :D
Das hab ich gekocht!!! :D


Freitag, 6. März 2015

Das siamesische Reich

Ayutthaya. Die alte Hauptstadt Siams ist eigentlich ein Art Insel mitten im Festland. Sie liegt am Zusammenfluss von 3 Flüssen: Mae Nam Chao Praya, Mae Nam Pa Sak und Mae Nam Lop Buri.
Ruinen Ayutthayas
Die Siamesische Herrschaft dauerte ca. 400 Jahre an bis 1767 die Birmanen Ayutthaya eroberten und zerstörten. Und genau in dieser Stadt befinde ich mich nun. Um die Altstadt, welche eigentlich nur aus einem Ruinenfeld von Tempeln und Gräbern und Palastteilen besteht, die jedoch zum UNESCO-Welterbe gehören, hat sich das neue Ayutthaya gebildet. Betonbauten, Märkte, Straßenhunde...das übliche eben. Der Geschichtspark jedoch ist ganz anders, hier kann man den lieben langen Tag durch die verschiedensten Überbleibsel dieses einst so mächtigen Reiches schlendern, zum Großteil zerstörte Buddhastatuen photographieren, den Japanern, Koreanern, Chinesen o.ä. bei Selfieschießen zugucken oder die Elephanten, die als Touristenattraktion dienen, bedauern.
Diese Elephanten haben keinerlei Freiraum, werden geschmückt um dann als Reittier für 10m am Straßenrand die selfie-schießenden Chinesen, Koreaner und Japaner zu unterhalten. Das Wort "artgerecht" scheint diesen Menschen wohl fremd zu sein.
"Die Wurzel des Weges..."
Um diese Insel herum stehen jedoch in jeder Himmelsrichtung auch noch einige Ruinen, die ich gerne sehen will. So leihe ich mir 2 Tage lang ein Rad und erkunde den wichtigsten Teil des alten Siams. Am zweiten habe ich leider etwas Pech, denn  gerade als ich weitmöglichst von meinem Guesthouse entfernt bin zieht ein Gewitter heran. Also nix wie zurück, nur schaffe ich es natürlich nicht rechtzeitig und suche mir bereits halb durchnässt einen kleinen Tempel als Unterstand. Hier verbringe ich eine geschlagene Stunde, während genau über mir eines  der heftigsten Gewitter tobt, die ich je erlebt habe. Definitiv eine spannende Erfahrung, aber auf diese Weise nicht wirklich empfehlenswert.:D
Zum Glück lässt es dann jedoch tatsächlich etwas nach, sodass ich noch rechtzeitig meinen Nachtzug nach Chiang Mai erwische.
Liegender Buddha mit Weltuntergang im Hintergrund

Donnerstag, 26. Februar 2015

Back in Bangkok

Thailand. Ich liebe Thailand einfach. Es ist einfach toll hier!
Bangkok bei Nacht
Indien hat mich unglaublich fasziniert, Nepal hat mich etwas versarscht und dennoch, oder genau deswegen werde ich zurückkommen. Und ich will diese Länder auch nicht vergleichen, denn das ist nicht wirklich möglich, aber ich liebe Thailand. Und ich liebe Bangkok, ein riesige, verwirrende und moderne Stadt, doch hat man sie erstmal durchschaut, macht es unglaublich viel Spaß ein paar Tage dort zu verbringen. :)
Zugegeben ich habe mich nach Nepal und Indien, Länder, die sich sprachlich, kulturell und religiös doch zumindest etwas ähneln, noch nicht wieder ganz eingelebt. Ständig sagt mein Mund Worte wie "Namaste" und "Danyabad" anstatt "Sawadikah" und "Kapkunkah". Oder ich suche in der Speisekarte verzweifelt nach Chai, Lassi, Paneer oder Dhal anstatt nach Iced ThaiTea, Red Curry oder Pad Thai. Oder ich wundere mich wenn ich morgens aufwache, warum es mich nicht friert, wenn ich aus dem Bett krabbel (es hat täglich 35° C...).
Ansonsten freue ich mich dennoch einfach wieder Gast in diesem wunderschönen Land sein zu können, so sehr mir Dinge aus Indien und Nepal auch fehlen mögen. :D

Sonntag, 22. Februar 2015

Eklai??

...ist Nepali und bedeutet "allein". Und allein bin ich nun wieder in Dhulikhel, weiter kam ich leider nicht, da am 17.02. scheinbar Lord Shivas Geburtstag (oder die Hochzeit, da war leider die Verständigung etwas ungenügend) zelebriert wird und daher nur wenig Busse fahren. Glücklicherweise finde ich aber ein sehr süßes Guest House, das eine kleine Kunstgalerie besitzt und glücklicherweise soll man von diesem Ort eine tolle Aussicht auf den Himalaja haben, doch unglücklicherweise hängt viel zu viel Smog, Wolken und Nebel in den Bergen, so dass man nichts sieht.
Straße in Dhulikhel
So nutze ich den Nachmittag um Dhulikhel zu erkunden. Die Altstadt ist sehr hübsch mit ihren Schreinen und Tempeln, allerdings habe ich mich daran schon etwas gewöhnt. Das was tatsächlich auffällt ist der Geruch, sehr grün...(Grasrauchen ist für diesen Feiertag offiziell legalisiert worden).
Relativ früh begebe ich mich ab ins Bett, ich will schließlich am nächsten morgen früh los richtung Tibet oder zumindest richtung Grenze, und bis dort sind es noch über 130 km. Das mag für Deutschland ein Katzensprung sein, aber in Nepal sitzt man da schon mal 7 Stunden im Bus.
Der riesige Steinschlag bei gutem Wetter
Also auf nach Tatopani (berühmt für seine heißen Quellen und kurz vor der Grenze). Die einzige Straße dorthin nennt sich Arniko Highway, der anfangs tatsächlich relativ human gebaut zu sein scheint, was soviel heißt wie, dass er einer nicht ganz schlechten Landstraße gleicht (nur natürlich viel kurviger). Das bleibt jedoch nicht so, nach kurzer Zeit wird das ganze immer spannender und schweißtreibender. Denn wenn so ein Bus, der in Deutschland höchstens in einem Museum zugelassen wäre, auf einer 2-3 Meter breiten Straße versucht einen LKW zu überholen und dabei vielleicht 2cm Platz bis zum 200m abfallenden Abgrund lässt, wird man als autobahngewohnter Deutscher ziemlich schnell sehr blass. Wenn dieser Bus dann aber auch diese 2cm weglässt und der halbe Reifen bereits über der Kante hängt, wirds echt angsteinflößend, was nicht heißen soll, dass das Ganze nicht noch mehr gesteigert werden kann. Hierfür nimmt einen noch recht neuen Steinschlag, der erst allmählich wieder durchfahrbar gemacht wird, fügt Blitz, Donner und ein paar schwarze Wolken hinzu, aus welchen sintflutartige Wassermassen herabfallen, die die Schotterpiste namens Highway unter Wasser setzen. Für weitere Adrenalinausschüttung lässt man nun noch die Windschutzscheibe so von innen beschlagen, dass wirklich gar nichts mehr zu sehen ist, macht die Seitenfenster undicht, sodass alles nass wird und lässt den Busfahrer trotzdem fröhlich weiter "The Fast & the Furios" spielen. Als kleinen Bonus lässt man es nun noch langsam dunkel werden, fertig ist die Geisterbahn namens "Busfahrt in Nepal".
"Man ist nur einen Atemzug vom Tod entfernt" (S.E. Dagyab Kyabgön Rinpoche), mir war dieser Satz wohl noch nie vorher so präsent wie in dieser letzten Stunde, bevor ich in Barhabise aussteige und mir ein Guest House suche, da ich sowieso noch nie ein großer Fan von Geisterbahnen war und von dieser schon gar nicht.
Also am nächsten morgen wieder früh raus und in den nächsten Bus weiter bis nach Tatopani. Ab hier bildet der Tibet River die Grenze, an welchem ich bis zur sogenannten "Freundschaftsbrücke" (welche eine Lüge -.-), dem einzigen offiziellen Grenzübergang von Nepal nach Tibet bzw. China, entlanglaufe.
Grenzfluss mit Blick auf Tibet
In Kodari (der Grenzort) suche ich mir einen vor chinesischen Beamten und Soldaten geschützten Ort und schieße ein paar Photos. Zugegeben bis ganz zum Grenzposten habe ich mich nicht vorgewagt, dafür misstraue ich meiner manchmal etwas vorlauten und provozierenden Klappe zu sehr.
Träume hat jeder und ich habe viele. Einer, mit recht hoher Priorität ist, nach Tibet zu reisen und nie vorher war ich diesem Traum so nahe, dass es kaum näher geht. Mir bedeutet dieser Trip unglaublich viel und ich nutze jeden Moment davon in vollen Zügen aus, bevor ich mich wieder in den Bus setzen muss und bis nach Dhulikhel zurückfahre, weg von der Grenze, weg von Tibet, weg von meinem Traum.
Erneut gehe ich früh schlafen, denn wieder einmal heißt es für mich früh aufstehen.
Sonnenaufgang ohne Himalaja
Diesmal um den Sonnenaufgang vom Kalischrein auf dem nahegelegenen Gipfel aus zu beobachten in der Hoffnung endlich auch mal einen klaren Blick auf das Dach der Welt zu haben. Natürlich wird diese Hoffnung wiedermal enttäuscht und ich laufe bald wieder los weiter ins 12km entfernte Namobuddha. Hier stehen eine bedeutende Stupa und ein wunderschönes buddhistisches Kloster. Auf meinem Weg dorthin passiere ich immer wieder kleine Dörfchen oder auch nur einzelne Häuser, deren recht arme Bewohner von ihrer Landwirtschaft leben. Jeder aber freut sich hier, dass man vorbeikommt, dass man grüßt und scheinbar einfach dass man existiert. So werde ich von ein paar Frauen auf ein Teepause eingeladen, die ich dankbar annehme (mittlerweile weiß ich mich mit Händen und Füßen zu verständigen :D).
Dorf auf dem Weg nach Namobuddha
Und (eig. seit Gorkha) bis zu diesem Zeitpunkt werde ich ständig eines gefragt: Eklai? Und jedesmal antworte ich lächelnd: Eklai. Ganz ungläubig werde ich angeschaut und gefragt: No Saathi? (kein Freund) die Antwort: No saathi, eklai. und besonders Frauen sehen plötzlich ganz mitleidig aus.
Nach einigen Minuten läuft ein Mann vorbei, der nicht allzu nepalesisch aussieht. Antonio aus Equador. Ein netter Latino, mit dem ich den restlichen Tag verbringe oder eher wandere, denn in Namobuddha gibt es keine gute Möglichkeit um zu bleiben, was heißt wir laufen zurück nach Dhulikhel.
Und in diesen Stunden werde ich nicht einmal mehr mitleidig angeschaut, obwohl mir nach 20 km  dann doch anfangen die Füße wehzutun, aber ich bin ja nicht mehr eklai :D
Chhaina eklai: Saathi Antonio :D
Tja und damit ist meine Zeit in Nepal auch schon fast um. Am nächsten Tag fahre ich zurück nach Kathmandu, lege noch einen Shoppingtag ein, den ich beinahe komplett mit einer superlieben Malaiin verbringe (Shoppen macht zu zweit schon einfach echt viel mehr Spaß :D) und morgen heißt es dann für mich auch schon wieder: Byebye Dach der Welt, mit deinen weißen Gipfeln, die du gut vor mir versteckt hast, aber keine Sorge ich habe noch nicht aufgegeben: Ich komme wieder :P :D