Donnerstag, 3. Dezember 2015

Erlebnisse


Ja, es stimmt schon, dass ich die meiste Zeit in der Schule sitze und lerne, aber da ich nunmal in Indien bin, hält mich das nicht davon ab gleichzeitig eine Menge zu erleben. Mal angefangen damit, dass die Kultur hier eine ganz andere ist, tappe ich natürlich gern mal ab und zu ins Fettnäpfchen, aber aus Fehlern kann man ja bekanntlich nur lernen. :)
Indisches Festival...
Aber gut zu Indischen Erlebnissen so viel: Feste, Feiern, Festivals: Man nehme 100 Eimer mit ebenso vielen verschiedenen Farben, eine große Auswahl an Gerüchen, die nicht immer definiert werden wollen, mindestens 5 Monster-Musik-Anlagen (die Menge der Dinge hängt immer etwas von der verfügbaren Quadratmeteranzahl ab) aus welchen immer andere Bollywoodmusik in voller Lautstärke, als aus den anderen, irgendwas (z.B. Pappstatuen...), womit man Hindu-Göttern darstellen kann, auf die das Fest bezogen ist,
...mit Feuerwerk...
...und nem Haufen Menschen...
und ein paar 1000/10000/... Inder und Inderinnen, ein unglaubliches Feuerwerk, überdimensionierten Stromverbrauch durch Licht, Musik etc., vermischt all das gut, gibt noch eine Prise Essen und einen gehäuften Esslöffel "ich fotographiere dich ohne dich zu fragen, weil du weiß bist und Locken hast, und hoffe, dass du es nicht mitbekommst, obwohl es total offensichtlich ist" hinzu. Fertig ist ein typisch indisches Festival. Das beliebteste unter Ihnen ist wohl Deewali, das indische Neujahr. Deewali geht 3 Tage lang, in dieser Zeit geht hier alles noch mehr drunter und drüber als sowieso schon.
...und Pappstatuen, die explodiern. :D
Aber es macht unglaublich viel Spaß mit Indern zu feiern, das muss man Ihnen lassen. :D Aber auch sonst wird ständig irgendetwas gefeiert, auch wenn ich das oft nicht so mitbekomme, da ich meine Zeit ja meist in der Schule oder mit Tibetern verbringe. Diese feiern jedoch nicht ganz so viel und nicht ganz so laut, scheint's... das finde ich noch heraus :D Dafür pilgern Tibeter unglaublich viel und gern zu für sie heilige Orte. Tsopema ist einer davon. Im tibetischen མཚོ་པདྨ་། bedeutet Lotussee.
auf dem Weg nach Tsopema
noch immer auf dem Weg nach Tsopema
Ein großer Meister namens Guru Rinpoche oder auch Padmasambhava soll hier vor hunderten von Jahren in einer Höhle lange Zeit meditiert haben. Ich war mittlerweile 2x dort, einmal als Amala noch hier war und einmal letztes Wochenende als eine Art Schulausflug.
In Tsopema
Es ist ein wirklich faszinierender und wunderschöner Ort (leider mit etwas zu vielen Affen für meinen Geschmack), ob man nun was mit Buddhismus oder Hinduismus (für Hindus gilt der Ort als ebenso heilig) zu tun hat oder nicht, ist egal.
eine nette Begegnung auf dem Weg von der Höhle zum Lotussee
riesige Statue von Padmasambhava
Das eigentliche Hindernis daran ist die 6-stündige Autofahrt. In der Hinsicht kann ich zum Glück mittlerweile einiges wegstecken, einige meiner Mitschüler hatten nicht so viel Glück oder eher keinen so soliden Magen, den Ärmsten war eig. 2 von 3 Tagen hauptsächlich schlecht. Und dennoch meine ich, dass es sich für alle rentiert hat.
und noch ein 2te nette Begegnung
Und dann gibt es natürlich immer noch die Dinge die einen überrumpeln, wenn sie bisher nicht kannte. In meinem Fall war es das Beben vor einigen Wochen, das Afghanistan und den Norden Pakistans halb zerstört hat. Dieses Beben war so stark (ich glaube 7.5 o.ä.), dass man es sogar in Dharamsala gespürt hat. Sicher nicht so stark und gewiss nicht so lang, aber die Erde hat sich ohne Zweifel unter den eigenen Füßen bewegt. Mitten im Konversationsunterricht hatte ich plötzlich den Eindruck mir sei total schwindelig bis ich bemerkt habe, dass es nicht mein Kopf ist, der mir einen Streich spielt. Es war seltsam zu sehen wie plötzlich das Bücherregal vor mir wankt und zu hören wie plötzlich alle Schüler uund Konversationspartner aufspringen und vom Gebäude wegrennen. Diese Erfahrung eines kleinen Bebens hat mir gereicht, um zu wissen, dass ich bei einem starken Beben nicht dabei sein will und dass ich nicht mal dem miesesten Menschen an einen solchen Ort wünsche.
Warten auf S.H. Dalai Lama...
Ich denke noch immer an die notleidenden Menschen in Nepal ebenso wie an die selbigen in Pakistan und Afghanistan und wünsche ihnen von Herzen, dass sie in Zukunft mehr Glück erfahren mögen und kein solches Leid mehr erfahren müssen. Und ich bitte all diejenigen (wieder mal :D) ,die die Mittel haben, diesen Menschen auf irgendeine Art und Weise zu unterstützen!!!
Und zum guten Schluss (dieses Posts) lebe ich ja wie gesagt in der gleichen Stadt wie S.H. Dalai Lama, d.h. ab und an sehe ich das Oberhaupt der Tibeter auch oder darf ihn sogar an besonderen Feiertagen hören, weil Teachings gegeben werden. Und das ist jedesmal aufs Neue ein Riesen-Highlight für mich. :)
...zusammen mit halb Dharamsala




Mittwoch, 11. November 2015

Bericht Oktober 2015


Mein neues Zuhause :)
Jeden Monat schreibe ich auch einen kleinen Bericht für das Tibethaus Deutschland, wie meine Ausbildung läuft, was ich lerne etc. Es ist eine Art monatliche Zusammenfassung meines Studienlebens, diese werde ich zukünftig auch auf meinem Blog zusätzlich veröffentlichen, auch wenn ich einige Dinge vielleicht dadurch manchmal wiederhole. Und hier ist der Erste:
So ne Schultüte wär schon cool gewesen...:D
Dies soll mein erster monatlicher Bericht über mein neues Leben in Dharamsala, Indien, werden. Ich bin mir nur leider unsicher, wie dieser ausehen soll. Die Geschäftsführerin des Tibethauses Elke Hessel meinte ich solle einfach folgende drei Fragen beantworten:
  1. Wie fühle ich mich?  
  2. Was lerne ich? 
  3. Wie ist die Atmosphäre/Wie sind die Menschen um mich herum?
Mal wieder zu spät zur Library Class
Nun ist einfach in diesem ersten Monat leichter gesagt als geschrieben.
Ende September habe ich meine Koffer in Deutschland gepackt und mich von Familie und Freunden verabschiedet um für 2 Jahre in die nordindische Kleinstadt, in der S.H. Dalai Lama lebt, seit er 1959 aus Tibet fliehen musste, in welcher die tibetische Exilregierung ihren Sitz hat und in welcher ca. 8000 Tibeter ein zweites zu Hause gefunden haben,  namens Dharamsala zu ziehen. Hier soll ich beim Lotsawa Rinchen Zangpo Translating Program dank eines Stipendiums des Tibethauses  zur professionellen Dolmetscherin und Übersetzerin ausgebildet werden.

Zu den Fragen nun so viel:
Ich fühle mich großartig, ich fühle mich manchmal etwas überfordert, ich fühle mich bestens umsorgt und behütet, ich fühle mich abends meist sehr müde, ich fühle, das ich weder aussehe wie eine Inderin noch wie eine Tibeterin, ich fühle immer wieder Heimweh, ich fühle den Segen dieses Ortes, ich fühle, dass ich genau das tue, was ich tun will.

Übersetzt heißt das:
Ich bin sehr glücklich, diese Chance haben zu dürfen eine Grundlage dafür zu schaffen, für alle lebenden Wesen auf diese Weise von Nutzen zu sein. Auch liebe ich das bunte Treiben Indiens, sowie die tibetische Umgebung am Fuße des Himalaya. Natürlich muss ich aufpassen, was mein Verhalten als Frau (als westliche noch dazu) angeht, denn ich bin noch immer in Indien und zugegeben Inder können manchmal wirklich anstrengend sein, dennoch fühle ich mich absolut sicher.
In Lower Dharamsala
Beinahe jeder passt auf mich auf und die Menschen, in deren Nähe ich lebe, zählen mich bereits zur Familie und umgekehrt. Sie können meine Familie daheim zwar niemals ersetzen, aber sie werden zu neuen Erweiterungen meiner Familie, was das Heimweh, das ich natürlich immer wieder habe, halb so schlimm werden lässt. All diese Menschen sind in erster Linie Tibeter, Tibeter die seit ich angekommen hauptsächlich tibetisch mit mir reden, ob ich es nun schon verstehe oder nicht. Notfalls gibt es schließlich Hände und Füße. Seit die Schule also begonnen hat, lerne ich eigentlich den lieben langen Tag und leider reicht mir die Stundenanzahl eines normalen Tages meist nicht, denn es gibt viel zu lernen, sehr viel, so viel, dass ich oft meine nicht mehr hinterherzukommen. Dadurch, dass ich mal wieder mit Abstand das Küken in meiner Klasse bin und einige meiner Mitschüler schon einmal tibetisch gelernt haben, verstärkt sich dieses Gefühl oft und übermannt mich manchmal.
Unser "Pausenraum" :D
So lerne ich also nicht nur die tibetische Sprache, sondern zusätzlich auch richtig zu lernen und auch mal Pause zu machen.  Nach solch lehrreichen Tagen falle ich abends dann gerne todmüde ins Bett und schlafe den Rezitationen von Mönchen, Nonnen oder Medizinstudenten lauschend ein. Das ist eines der schönsten Dinge von Dharamsala, wo man steht und geht spürt man einen gewissen Segen, ob das nun die bunten Gebetsfähnchen sind,  die an jedem Haus wehen, die kleinen Stupas, an welchen man immer wieder vorbeikommt, die zahlreichen Mönche und Nonnen in Ihren roten Roben, welche einem überall begegnet oder das alte Großmütterchen, das am noch immer mit Gehstock und Mala hingebungsvoll die Khorra umrundet oder einfach alles zusammen, ich weiß es nicht. Aber eins weiß ich: Ich bin genau zur richtigen Zeit an genau dem Ort, an dem ich sein soll und tue genau das, was ich tun will!
Abschied von Amala :(

Sonntag, 8. November 2015

Affentheater



Bei der Library of Tibetan Works and Archives
6 Wochen nach meiner Ankunft in Dharamsala und eine Woche nachdem meine Amala wieder nach Deutschland geflogen ist, fühle ich mich hier bereits richtig heimisch. 5 Tage die Woche habe ich jeden Tag von 09.00-17.00 Uhr Unterricht, selbstständiges Lernen noch nicht miteingeschlossen. Kein Zuckerschlecken! Aber ich lerne und studiere das erste Mal in meinem Leben mit einer immerwährenden Motivation und Freude, was den anstrengenden Alltag leichter werden lässt.
Mein Klassenzimmer
Hinzu kommt, dass ich unglaublich nette, witzige und motivierende Lehrer habe. Und natürlich meine Mitschüler, manche sind doch etwas gewöhnungsbedürftig aber doch alle recht lieb. Tja und außerhalb der Schule… lerne ich eigentlich nur. Das liegt schon allein daran, dass ich mit Tibetern zusammenlebe, die kaum Englisch sprechen, weshalb ich gezwungen bin das bisschen tibetisch, das ich bis jetzt gelernt habe immerzu anzuwenden und auszuweiten. Tja und bin ich nicht zu Hause, treffe ich auch dann meistens Tibeter, die die größte Freude daran haben, mich mein kleines bisschen tibetisch anwenden zu lassen und zu erweitern…:D Wenn ich also nicht gerade Musik höre, Geschichten schreibe, tanze, ausnahmsweise mal jemanden treffe, der aus irgendeinem Grund nicht tibetisch spricht oder schlafe, lerne ich. Allerdings muss ich allmählich feststellen, dass ich nicht nur die Sprache lerne, sondern auch viel über die Geschichte, die Politik und die Kultur Tibets und dass ich bevor ich hierher kam erstaunlich wenig darüber wusste… Dennoch lebe ich trotz der tausenden Tibeter um mich herum in Indien.
In McLeod Ganj, der obere und tibetische Teil Dharamsalas
Das wird einem immer dann bewusst, wenn man total offensichtlich heimlich von Inder fotografiert wird, einem hinterher gegafft wird, als sei man von einem anderen Planeten oder man einfach nur die 10 Minuten nach Lower Dharamsala hinunter läuft. Lower Dharamsala ist dennoch auch sehr schön, sehr hektisch, sehr lebendig, sehr indisch, und sehr schön. Alles in allem bin ich also sehr happy in meiner neuen Heimat, auf eine Kleinigkeit könnte ich allerdings manchmal verzichten. Affen… so in der Ferne sind die echt cool und kleinen Babyaffen schauen wahnsinnig purzelig aus wie sie durch die Gegend hüpfen ihren Mamas und Papas hinterher. Wenn da nicht diese muskelbepackten Proloaffen wären, die sich alles erlauben, wenn ihnen danach ist.
Abendessen im neuen Zuhause mit meinen Mitbewohnern
Die können einem echt Angst einjagen, nein, sie jagen einem Angst ein und nicht nur einem sondern jedem der so einem Monstrum näher als 2 Meter ist. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass es nicht unüblich ist, dass diese Affen aggressiv sind und einen angreifen, wenn man sich unvorsichtig verhält. Andererseits ist es auch nicht unverständlich, schließlich hat der Mensch den Affen ihren Lebensraum gestohlen. So ist es nur natürlich, dass sie sich anpassen und sich verteidigen wenn sie sich bedroht fühlen. Und dennoch spüre ich jedes Mal ein ungutes Kribbeln durch meinen Körper strömen, sobald so eine Schar vor mir auftaucht. Aber ich hoffe mal, dass sich die Affenbanden nicht brüllend auf mich stürzen, solange ich nicht mit den Händen voller Kokosnüsse (oder eher Bananen) durch die Gegend laufe…:D
"Die ganze Affenbande brüllt..."

Dienstag, 20. Oktober 2015

Amala und Bumola

Der erste Morgen:
Völlig verschlafen torkel ich ins Bad, hellwach renne ich 20 Sekunden später schreiend wieder raus. Auf dem Klodeckel sitzt eine pechschwarze Spinne ca. doppelt so groß wie meine Hand. Und was nu? Das erste große Problem und das so früh am morgen. Geshela (bestimmter Titel eines Mönches) lacht als ich ihn um Hilfe bitte, erklärt mir, dass sie zumindest nicht giftig ist und meinte ich soll sie mit einem Besen auf eine Handschaufel kehren, festhalten und raustragen. Jaaaa genau....sonst noch Wünsche? Also wer mich kennt weiß wie tierlieb ich bin und dass ich im Normalfall kein Problem mit Spinnen habe, aber das war dann doch noch ne Nummer zu groß für mich. :D letztendlich hat Maman sie dann mit dem Besen die Badwand hoch und aus dem kleinen Fenster rausgejagt.
Im Tashi-Shop (mein Lieblingsshop und fast vor der Haustür)
Die erste Woche:
Sonst vergehen die ersten Tage schnell, es gibt viel zu sehen, zu entdecken, zu lernen...
Noch hat die Schule nicht angefangen, dafür wäre auch noch gar keine Zeit. Es gibt die FRO, die einen zu beschäftigen weiß. FRO ist kurz für Foreign Registration Office, für das gilt es die verschiedensten Dokumente aufzutreiben, was einem das Leben echt verkomplizieren kann. Aber warum auch einfach, wenn's kompliziert geht??! Da braucht man ein Dokument von wo man wohnt (C-form), dass man an einer registrierten Uni studiert (S-form), die Zahlungsbestätigung von der Uni, und das üblich wie Passkopie, Visakopie...und eine Menge Phantasie und Geduld. :D
Tibetisch Vorhilfe
Die Menschen hier sind dafür umso cooler, sämtliche Tibeter bringen mir schon jetzt ein bisschen tibetisch bei, so Dinge wie Guten Morgen, Gute Nacht, Nimm dir nen Apfel...:D
aber nicht nur die Sprache lerne ich von ihnen, auch die Kochkunst, die Geschichte, die Geographie und vor allem den Humor. :) Und da mein Name, aber besonders der meiner lieben Maman für jeden Tibeter fast unmöglich auszusprechen geschweige denn sich zu merken ist, wurden wir schlicht und ergreifend umbenannt in Mutter und Mädchen...

    
ཨ་མ་ལགས་དང་བུ་མོ་ལགས་ (Amala und Bumola)
Bumola
Amala

Dienstag, 6. Oktober 2015

Der Weg in ein neues Leben



27.09.2015...München Airport...Abflug nach Indien...Oktoberfest...gaaaaanz seltsame Mischung :D da stehe ich also mit meinen Eltern und meiner Schwester vormittags am Flughafen mit meinem halben Leben, das ich in 3 Koffer quetschen musste und versuche mich mental auf  Indien vorzubereiten, während ununterbrochen Menschen in Lederhosen und Dirndl an mir vorbeilaufen. Das Gepäck ist aufgeben, Boarding ist erst in einer Stunde. So ist noch genügend Zeit mit der Familie was zu trinken. wo? Na auf der Almwiese mit den Alpen im Hintergrund...wo den sonst?! Also zumindest fast, am Flughafen reichts dann halt doch nur für den Fake mit Leinwand und Billigholzhütte. Oktoberfest eben, was daran ist nicht gefaket, wo es doch noch nicht einmal im Oktober stattfindet, sondern im September...Ein halbe Stunde bis zum Boarding, wir stehen mittlerweile in einer Menschenmenge, die für den Bierausschank ansteht...ne, Moment, was?...für den Security Check, meine ich...Hier muss ich mich nun von meinem geliebten Papa und meinem Schwesterherz verabschieden, aber nur bis Weihnachten. :) Mein Maman kommt erstmal mit. Zu zweit schieben wir also langsam Panik, wie wir das alles pünktlich schaffen sollen bei diesen Massen.   Aber nachdem wir von den Sicherheitsleuten gefilzt wurden wie 2 Schwerverbrecher, geht alles recht schnell und wir haben genügend Zeit für alles...im Gegensatz zu manch anderen, die sich in der Zeit wohl leicht verschätzt haben, aber nachdem die Araber (wir fliegen mit Etihad) ein sehr geduldiges Völkchen sind, warten wir bis auch der Letzte Depp...sorry...Passagier eingestiegen ist...und warten und warten, eine geschlagene Stunde bis wir abheben.
6 Stunden später, Abu Dhabi Airport...Streeessss. Durch die verlorene Stunde, haben wir auch eine Stunde weniger Zwischenstopp, ziemlich blöd, wenn man umsteigen muss. Aber auch hier gibt es kaum Probleme, bis auf einen uns hetzenden Kontrolleur (hatte ich echt gesagt Araber seien geduldig?). Next Stop: Delhi, Indien. Ich merke sofort, dass ich wieder hier bin: Die Männer starren, als sei man die erste Frau, die sie zu Gesicht bekommen, die Einreisebeamten verhalten sich wie hobbylose VIPs und die eigenen 5 Sinne sind völlig überfordert von dem ganzen bunten Wirrwarr. wir sind jedoch beide mittlerweile so müde und geschafft, dass wir nur noch einen Bruchteil von alldem wahrnehmen können.
Dheli airport :D
Es ist 3 Uhr nachts, wir sind seit 20 Stunden auf den Beinen und unser Weiterflug nach Dharamsala ist erst mittags irgendwann. Ein wenig kann auf den ungemütlichen Sitzen dennoch schlafen, Maman weniger. Irgendwann ist aber auch diese Wartezeit abgesessenen und es geht los zu unserem vorerst letzten Flug, Delhi-Dharamsala.
Schon fast da...
Mittlerweile bin ich so erschöpft, dass ich die halb schreiende Spanierinnen völlig ignoriere und direkt nach dem Start einschlafe und erst kurz vor der Landung wieder aufwache...leider oder zum Glück, denn die Landung ist äußerst spektakulär und ich weiß bis heute nicht wie der Pilot es geschafft hat nicht über die Landebahn hinauszuschießen... Als ich aus dem Flugzeug steige traue ich meinen Sinnen nicht. Nicht nur die Aussicht ist atemberaubend auch die Temperatur :D Es hat ca. 30°C und ich habe fast ausschließlich Skiunterwäsche und Pullis eingepackt...
Kangra Airport
Als wir den winzigen Flughafen verlassen werden wir schon freundlich von einem Inder empfangen, der uns zu unserer Unterkunft fährt. Es ist ein großes Haus auf halben Weg von Lower Dharamsala nach McLeod Ganj, im Moment von ein paar Mönchen bewohnt. Herzlich werden wir von Yischi empfangen, der mit für das Haus zuständig ist. Es ist ein wunderschönes Zimmer mit einer noch schöneren Aussicht. Schnell etwas frischgemacht und eingerichtet sind wir schon wieder unterwegs. Wir lassen uns von Yischi den Weg nach Lower Dharamsala zeigen, um uns ein paar notwendige Dinge zu besorgen, um dann festzustellen, dass Montags scheinbar alle Läden geschlossen haben, was das Örtchen nicht dran hindert (zu) belebt zu sein, was mir doch nochmal einen kleinen und meiner Maman einen etwas größeren Kulturschock verpasst. Also schnell wieder zurück, noch etwas gegessen (wir werden umwerfend bekocht) und dann endlich endlilch endlich zum Schlafen ab inZZZZZZzz...

Mein neues Zuhause...
 

Samstag, 26. September 2015

Déjà-vu

Die gleiche Situation, die gleichen Gefühle, der gleiche Stress, die gleichen Gedanken...fast.
Es ist wie vor einem Jahr, nur anders.
Um mich zu erklären:
Seit ende März diesen Jahres bin ich zurück in Deutschland und seit Ende Juli diesen Jahres weiß ich für wie lange noch, nämlich 2 Monate. Ihr habt es erfasst ich begebe mich schon wieder auf in die weite Welt und dafür laufen meine Vorbereitungen im Moment wieder mal auf Hochtouren.
Genauso malt sich mein Kopf schon wieder aus, was mich alles erwartet, was ich hier vielleicht verpasse...
Heute ist wieder einmal der abend vor der Abreise. Wohin??
Nach Indien, schon wieder, ja... Diesmal ist der Grund jedoch ein Anderer.
Ich gehe nicht um zu reisen, sondern um zu studieren.
Angfang Juli habe ich mich bei Tibethaus Deutschland e.V. für ein Stipendium beworben am Lotsawa Rinchen Zangpo Translating Program ( http://www.lrztp.org/ ) teilzunehmen. Das Ganze ist eine sehr renommierte Schule in Dharamsala, Himachal Pradesh, Nordindien. Hier werden Schüler zu ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen ausgebildet für tibetisch-englisch-Muttersprache. Und da Tibethaus in Zukunft vermehrt tibetsche Lehrer einladen möchte, die übersetzt werden müssen, haben sie dieses ein Stipendium ausgeschrieben, verrückterweise genau in der Zeit als ich mir überlegen musste, was ich nun mit meinem Leben anfange und noch verrücktererweise bekam tatsächlich ausgerechnet ich das Stipendium. Ziemlich unglaublich das alles. :D
Diese Ausbildung wird 2 Jahre dauern, in welchen ich nun in der selben Stadt wohne wie S.H. Dalai Lama und die tibetische Exilregierung. Mir fällt einfach kein anderes Wort ein als "verrückt" für das, was sich da gerade in meinem Leben abspielt. Verrückt, verrückt, verrückt!!! Aber irre cool :D


Mittwoch, 16. September 2015

Was bisher geschah...

Seit einem knappen halben Jahr bin ich nun wieder in Deutschland, habe mich wieder eingelebt, alte Freunde getroffen, neue Menschen kennengelernt, meine Reiseerlebnisse erzählt und verarbeitet, gelacht, geweint, das übliche eben. Unterwegs war ich natürlich auch ein wenig, habe Freunde in Zürich, Frankfurt, Bamberg und Hamburg besucht und mir dabei die Städte angesehen. Ich habe wieder im La Barca zu arbeiten begonnen und mir viele Gedanken darüber gemacht, was nun aus mir werden soll. Der Plan war Lehramt zu studieren evtl. für Grundschule und in Erlangen zu bleiben um das Geld für Reisen zu sparen. Nur wären Pläne ja langweilig, würden sie funktionieren, dementsprechend kommt nun alles anders...